Es ist die reinste Form der Gehirnerweichung, dieses Theater, das wir in der modernen Arbeitswelt „Konsens“ nennen. Gestern erst saß ich wieder in einer jener Sitzungen, in denen das Schicksal eines mittelständischen Unternehmens angeblich von der Frage abhing, ob der Grauton in der Powerpoint-Präsentation nun „Schiefer“ oder „Anthrazit“ sein solle. Drei Stunden Lebenszeit, unwiederbringlich geopfert auf dem Altar der kollektiven Entscheidungsfindung. Was die Beteiligten dabei stolz als „demokratischen Diskurs“ oder „Teambuilding“ bezeichnen, ist in Wahrheit nichts anderes als der klägliche Versuch, die Entropie eines sozialen Systems künstlich niedrig zu halten, während der eigene Verstand langsam in den Stand-by-Modus schaltet. Es ist dieses dumpfe Gefühl im Hinterkopf, eine Mischung aus aufsteigender Magensäure und der bitteren Erkenntnis, dass meine kognitiven Fähigkeiten hier gerade im Takt der tickenden Wanduhr verbrannt werden.
Bürokratie
Man redet uns ein, der gesellschaftliche Vertrag sei ein moralisches Gut, basierend auf gegenseitigem Verständnis. Was für ein hanebüchener Unfug. In der Realität ist jede öffentliche Einigung nichts weiter als ein fauler Kompromiss, der so schal schmeckt wie eine [lauwarme Currywurst](https://example.com) von einer Autobahnraststätte, für die man in einem Anfall von geistiger Umnachtung auch noch acht Euro fuffzig bezahlt hat. Das Problem der öffentlichen Konsensbildung ist, dass wir versuchen, eine einzige Sauce über achtzig Millionen Menschen zu gießen, die alle unterschiedliche Unverträglichkeiten haben – der eine will vegan, der andere extra scharf, und der Dritte beschwert sich über die Konsistenz der Pappschale. Das Ergebnis ist eine geschmacksneutrale Pampe, die niemanden sättigt, aber jeden zum Kotzen bringt.
Der Mensch neigt dazu, „Empathie“ als das Schmiermittel der Gesellschaft zu betrachten. Neurowissenschaftlich gesehen ist Empathie jedoch oft nur ein Rechenfehler – ein Spiegelneuronen-Glitch, der uns vorgaukelt, der Schmerz des Gegenübers hätte eine mathematische Relevanz für unsere eigene Nutzenfunktion. Wir sitzen in diesen sterilen, klimatisierten Büros auf [unverschämt teuren ergonomischen Bürostühlen](https://example.com), die uns vorgaukeln, unsere Wirbelsäule hätte nach vierzig Jahren Schreibtischarbeit noch eine Zukunft, während wir in endlosen Zoom-Calls das verbale Äquivalent von Sondermüll produzieren. Jedes Wort ist eine Verschwendung von Sauerstoff, jede Einigung nur der Moment, in dem der Hunger auf das Abendessen die Gier nach dem letzten Wort besiegt hat. Es geht hier nicht um Wahrheit oder Fortschritt; es geht um die Minimierung der täglichen Belästigung durch andere Hominiden.
Geometrie
Wenn wir das Ganze jedoch mit der kühlen Präzision der Informationsgeometrie betrachten, verwandelt sich das Geschwätz der Abteilungsleiter in eine Ansammlung von Wahrscheinlichkeitsverteilungen auf einer statistischen Mannigfaltigkeit. Diese ganze metaphysische Grütze lässt sich wunderbar auf das Niveau einer simplen Einkaufsliste herunterbrechen. Stellen Sie sich die öffentliche Meinung als einen Haufen betrunkener Möbelpacker vor, die versuchen, ein Klavier eine enge Wendeltreppe hochzutragen. Die „Informationsgeometrie“ ist dabei lediglich die mathematische Beschreibung dessen, warum das Klavier am Ende zwangsläufig auf jemandes Fuß landen wird.
Ein Konsens ist kein „Sieg der Vernunft“, sondern lediglich ein Punkt in einem hochdimensionalen Raum, an dem die Fisher-Informationsmetrik uns mitteilt, dass die Krümmung der Meinungsverschiedenheit unerträglich hoch geworden ist. Diese Krümmung ist nichts Abstraktes; sie ist der physische Schmerz in Ihrem Portemonnaie, wenn die Steuern mal wieder erhöht werden, um ein Projekt zu finanzieren, das ohnehin nie fertig wird. Der Abstand zwischen zwei politischen Positionen ist kein intellektuelles Problem, sondern ein logistisches – es ist die Distanz zwischen Ihrem leeren Kühlschrank und der unverschämten Dreistigkeit der Inflation. Wir versuchen, diese Divergenz zu glätten, indem wir so tun, als gäbe es eine „optimale Lösung“. Aber es gibt keine optimale Lösung in einem System, in dem der eine die Heizung auf fünf dreht, während der andere das Fenster aufreißt. Wir starren auf unsere [luxuriösen Schweizer Armbanduhren](https://example.com), als könnten wir damit die Zeit anhalten, in der unsere Gesellschaft langsam, aber sicher in die Bedeutungslosigkeit abgleitet. Jeder Versuch, eine Geodäte – also den kürzesten Weg zum Konsens – zu finden, endet in einer Sackgasse, die nach kaltem Zigarettenrauch und Verzweiflung riecht.
Entropie
Am Ende des Tages ist jeder Konsens nur ein vorübergehender Waffenstillstand mit der Thermodynamik. Wir investieren gigantische Mengen an Energie – in Form von Meetings, Steuergeldern und schlechtem Kaffee –, um eine Ordnung aufrechtzuerhalten, die von Natur aus zum Zerfall verdammt ist. Wir bauen bürokratische Monster, die so viel Energie fressen wie eine Flotte alter Dieselgeneratoren, nur um den Status Quo für weitere fünf Minuten zu sichern. Es ist ein permanenter Abnutzungskampf gegen die Realität, den wir verlieren müssen.
Manche versuchen, ihre Angst vor dem Chaos mit materiellen Fetischen zu betäuben. Sie kaufen sich [handgefertigte Leder-Aktenkoffer](https://example.com) für den Preis eines Kleinwagens, in der Hoffnung, dass die darin verstauten Dokumente dadurch plötzlich einen Sinn ergeben oder zumindest Wichtigkeit ausstrahlen. Ein jämmerlicher Versuch. Ein Konsens ist kein stabiler Zustand, er ist das kurze Zischen, wenn Wasser auf eine heiße Herdplatte trifft – ein flüchtiges Geräusch, bevor alles wieder in dampfförmiges Nichts übergeht. Wir opfern unsere Nerven, unser Geld und unsere Würde für die Illusion einer geordneten Gesellschaft, nur um am nächsten Morgen festzustellen, dass die Milch im Kühlschrank sauer ist und der Nachbar immer noch sein Auto quer auf zwei Parkplätzen abstellt.
Was für ein Elend. Ich will einfach nur meine Ruhe.
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